Gedanken zur Veranstaltung: „(Bildungs-)Herausfordungerungen im Kontext von Flucht, Migration und Integration“, 11.10.2016, KU Linz

Vier Positionen, ein gemeinsamer Diskurs.
2016-10-11_poster_migrationsplattform_end_mig_webMir waren die vier Positionen – praktische Philosophie/Ethik, Integrationsstelle des Landes OÖ, Caritas (O)Ö und (O)Ö Rotes Kreuz – bereits im Vorfeld bekannt, letztere kannte ich durch intensivere Kontakte und Engagements, u. a. durch die Recherche zum Artikel „Was verdienen Flüchtlinge?“ (s. Blogeintrag vom 7.10.2016) und durch das Volontariat in der Kommunikationsabteilung der Caritas Österreich (s. Blogeintrag vom 30.7.2016). Für mich lag der Mehrwert der Veranstaltung „(Bildungs-)Herausfordungerungen im Kontext von Flucht, Migration und Integration“ am 11.10.2016 an der KU Linz, außerhalb meines Beitrags als Teil des Vorbereitungsteams, in der direkten Gegenüberstellung der unterschiedlichen Herangehensweisen an die inhaltliche Thematik und im direkten Diskurs.

Beteiligung am (Bildungs-)politischen Diskurs.
Ein interessanter Aspekt ist beispielsweise die Haltung von Caritas und Rotem Kreuz bzgl. Reaktion auf bzw. Beteiligung am (Bildungs-)politischen Diskurs: stetiger öffentlicher Diskurs und „stille Diplomatie“. Diese Haltungen waren mir bekannt, bewusst und nachvollziehbar. In Hinblick auf die Bildungsthematik im Kontext von Flucht, Migration und Integration birgt dieser Aspekt in meinen Augen ein noch größeres Spannungspotential als andere, da sich Bildung in diesem Kontext quer durch alle Bereiche der Organisationen, aber auch der gesamten Gesellschaft zieht. Es gibt kaum einen Menschen, der letztendlich nicht mit dem Thema – direkt oder indirekt – in Berührung kommt.
Theorie/Praxis.
Gedanken, die mir vor, an diesem Abend und bis heute ganz besonders präsent sind, sind u. a. die unweigerlich mit der Thematik verbundenen Fragen des Praxisbezugs zur gelebten Integration, die einen Beitrag der Bevölkerung und der MigrantInnen erfordert. Denn „eine gelungene Integration braucht beide Seiten!“ (Dr. Simon Burtscher-Mathis, Soziologe)
Am Abend des 11.10. wurde klar, welche Auswirkungen (Bildungs-)politische Entscheidungen auf gelebte Integration haben können oder auch nicht, finanziell, in Bezug auf die Handlungsfähigkeit der NGOs und der Bevölkerung und in Bezug auf ein möglichst gutes, rasches Ankommen und Hereinkommen der MigrantInnen in die österreichische Gesellschaft.
Wenn es um den Bezug von theoretischen Diskursen, Entscheidungen und gelebter Integration geht, sollten am Beginn zwei Zitate stehen:
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
(Artikel 1 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 1948)
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
(Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes)

 

Es sollte bei Diskursen und Entscheidungen folgendes in den Blick genommen werden:

  • Wer sind die von der Thematik betroffenen Menschen?
  • Welche Auswirkungen hat die jeweilige Entscheidung im Allgemeinen und im konkreten Einzelfall?
  • Ist ein gutes, sicheres Leben in Würde für die betroffenen Menschen nach der jeweiligen Entscheidung noch möglich?
Derzeit bin ich permanent an der Schnittstelle zwischen theoretischen Diskursen, „stiller Diplomatie“ und gelebter Integration: als Medienschaffende, aber auch als Studentin der Pädagogik & Theologie, als Teil der universitären „Sozialplattform Migration“ (KU Linz) und als Teil der „Plattform Lichtenberg für Menschen“ – eine Plattform, die sich in einer Gemeinde im Oberen Mühlviertel für ein gutes Miteinander einsetzt, u. a. auch für die mittlerweile mehr als 35 jungen Männer zwischen 14 und 18 Jahren und für Basisinformation und interkulturelle Begegnung.
Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, werden derzeit viele gebraucht, Menschen, die etwas für andere bewegen. Ich kenne über mehrere Jahre hinweg jetzt immer mehr Menschen, wo die „Bildungsherausforderungen im Kontext von Flucht, Migration und Integration“ greifbar werden und real sind, wo das oft so theoretisch diskutierte Wort „Mindestsicherung“ weniger als das Notwendigste zum Überleben bedeutet, wo junge, teils erwachsene, Menschen aus Afghanistan, Syrien oder anderen Ländern in Österreich vor unseren Augen sprachlos werden, wenn in ihrer ursprünglichen Heimatstadt immer noch jede Woche mehrere Anschläge verübt oder für die noch dort lebende Bevölkerung tödliche Geschoße aus der Luft abgeworfen werden.
Das, worüber wir reden, sollte Praxisbezug haben, weil es nicht um reine Theorien geht, sondern um Menschen, die jetzt von der aktuellen Situation betroffen sind und von den Auswirkungen der gestern, heute und morgen hier in Österreich getroffenen Entscheidungen. Es ist gut, dass es viele Initiativen und Organisationen gibt, die diesen Blickwinkel bereits eingenommen haben! DANKE!


INFORMATION ZUR VERANSTALTUNG.
Di, 11. Oktober 2016, 19:00: „(Bildungs-)Herausforderungen im Kontext von Flucht, Migration und Integration“

Flucht, Migration und Integration sind zu allgegenwärtigen Themen geworden, die viele Lebensbereiche betreffen. Aus diesem Grund hat die KU Linz die „Sozialplattform Migration“ ins Leben gerufen. Sie versucht, die drängenden Fragen von Flucht, Migration und Integration theologisch, philosophisch und kunstwissenschaftlich zu reflektieren. Wesentlich dafür ist die Zusammenarbeit mit diversen Personen und Einrichtungen, die lokal wie global vernetzt sind. Die „Sozialplattform Migration“ der KU Linz bietet einen öffentlichen Raum für den kritischen Austausch zu diesen
Themen. Das kann Bildungsprozesse anstoßen, vertiefen, aber auch irritieren.

Für kurze Statements und eine anschließende Diskussion stehen an diesem Abend zur Verfügung:
Dr.in Renate Müller,
Leiterin der Integrationsstelle des Landes Oberösterreich
Dir. Mag. Thomas Märzinger,
Stv. Landesgeschäftsleiter des Roten Kreuzes OÖ, u.a. verantwortlich für den Bereich Migration
Mag.a Marion Huber,
Leiterin der Caritas-Flüchtlingshilfe OÖ
Ass.-Prof. Dr. Lukas Kaelin,
Institut für Praktische Philosophie / Ethik an der KU Linz
Moderation: Mag.a Gabriele Eder-Cakl
Leiterin des Bildungs- und Begegnungszentrums „Haus der Frau“ in Linz
Eine Veranstaltung der „Sozialplattform Migration“ der KU Linz

Ort: Katholische Privat-Universität Linz, Hörsaal 1
Adresse: Bethlehemstraße 20, 4020 Linz
Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1775518376024199/


Download (Web-Version):
Flyer – 2016-10-11_flyer_migrationsplattform_1

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