6D/Fb: Füreinander da sein. – Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: „Ich höre dir zu!“ – Impuls-Reihe Teil 24 – Lange Nacht der Kirchen

Posting on: www.facebook.com/langenachtderkirchen / Freitag, 29. April 2016

LINZER Update: Impuls-Reihe Teil 24/Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: „Ich höre dir zu!“ #jahrderbarmherzigkeit


Füreinander da sein.

Foto: © 2016 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: Ich höre dir zu!; Füreinander da sein.; Foto: © 2016 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Ich bin umgeben von liebenswerten Menschen, jeden Tag.
Doch der Mensch, der mich wahrnimmt, fehlt.
Ich bin mit ihnen in einer gewohnten Umgebung.
Doch der Mensch, der mit mir das Leben teilt, fehlt.

Ich sehe ihre Gesichter.
Doch der Mensch, der mir in die Augen blickt, fehlt.
Ich genieße die gemeinsame Zeit.
Doch der Mensch, der die Augenblicke mit mir genießt, fehlt.

Ich höre ihre Stimmen.
Doch der Mensch, der meine hören will, fehlt.
Ich genieße es, ihren Gesprächen und ihrem Lachen zu lauschen.
Doch der Mensch, der meinen Worten, meinem Lachen lauscht, fehlt.

Ich fühle eine Berührung.
Doch der Mensch, der sich von mir berühren lässt, fehlt.
Ich genieße diese kurze Zuwendung.
Doch der Mensch, dem ich mich länger zuwenden kann, fehlt.

Mir geht es gut.
Doch der Mensch, der bemerkt, wenn es nicht so ist, fehlt.
Ich spüre die Hektik der Menschen um mich.
Doch der Mensch, der Zeit hat, fehlt.

Meine Gedanken drehen sich im Kreis.
Und der Mensch, der sie auffängt, fehlt.
Ich möchte so vieles sagen.
Doch der Mensch, der ernsthaft zuhört, fehlt.

Ich denke noch: Wann nimmt sich jemand um mich und meine Gedanken an?
Der Mensch, der sich die Zeit dafür nimmt, fehlt.

Plötzlich sagt eine Stimme zu mir: „Wir brauchen alle manchmal jemanden, der uns auffängt; jemanden zum Anlehnen. Ich nehme mir Zeit für dich. Ich bin für dich da. Was du erzählst, ist mir wichtig und bleibt unter uns: Ich höre dir zu!“

 

Hintergrund: Jahr der Barmherzigkeit / Werke der Barmherzigkeit

Die alten Ägypter, mehrere Kirchenväter im 3./4. Jhd. und uns im 3. Jahrtausend verbindet das Wissen um „Werke der Barmherzigkeit“. In der Geschichte wurde mehrmals neu definiert, was ein Werk der Barmherzigkeit ist und was es bedeutet. Letztendlich geht es um das Lindern von existentieller Not, um Menschlichkeit und Nächstenliebe. Biblisch festgehalten sind die klassischen Werke der Barmherzigkeit in Mt 25: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte einkleiden, Krankenpflege, Gefangenenbesuche, Bestattung toter Menschen. Bischof Joachim Wanke aus Erfurt formulierte 2007 im Elisabethjahr (800. Geburtstag der Hl. Elisabeth) „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“, das Resultat einer Umfrage im Bistum Erfurt zu Geist und Gesinnung Elisabeths von Thüringen. Neun Jahre später, im von Papst Franziskus I. ausgerufenen Hl. Jahr der Barmherzigkeit (Jubiläum, 50. Jahrestag des Endes des Zweiten Vatikanischen Konzils), sind sie aktueller denn je: Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu, ich höre dir zu, ich rede gut über dich, ich gehe ein Stück mit dir, ich teile mit dir, ich besuche dich, ich bete für dich.

 

Text: © 2016 Michaela Greil/Diözese Linz – inspiriert durch die „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ von Bischof Joachim Wanke und durch das von Papst Franziskus I. ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“.
Foto: © 2016 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Michaela Greil ist Theologie-Studentin an der KU Linz,
Mitarbeiterin der Langen Nacht der Kirchen in Oberösterreich,
Freie Journalistin und Öffentlichkeitsarbeiterin,
sowie Berufsfotografin und Filmemacherin.
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