6D/Fb: Dazugehören in der Fremde. – Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: „Du gehörst dazu!“ – Impuls-Reihe Teil 23 – Lange Nacht der Kirchen

Posting on: www.facebook.com/langenachtderkirchen / Freitag, 22. April 2016

LINZER Update: Impuls-Reihe Teil 23/Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: „Du gehörst dazu!“ #jahrderbarmherzigkeit


Dazugehören in der Fremde.

Foto: © 2014 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Barmherzigkeit: Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu; Dazugehören in der Fremde; Symbolbild; Foto: © 2014 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Ich komme an einen neuen Ort.
Alles ist neu, unbekannt, man könnte auch „fremd“ sagen.
Ich sehe viele neue Dinge.
Alles ist mir fremd.
Ich fühle mich nicht wohl in der neuen Umgebung.
Alles ist mir fremd.
Ich sehe viele neue Gesichter.
Alle sind mir fremd.
Ich fühle mich nicht wohl in der neuen Gesellschaft.
Alle sind mir fremd.

Ich sehe viele neugierige, skeptische und fragende Blicke.
Alle sind mir fremd.
Ich fühle mich nicht wohl in dieser neuen Situation.
Alles ist mir fremd.
Ich höre Menschen, die eine andere Sprache sprechen.
Alle sind mir fremd.
Ich fühle mich nicht wohl als außenstehende Person.
Alles ist mir fremd.

Ich sehe so unterschiedliche Menschen und doch sind sie eine Gemeinschaft.
Alles ist mir fremd.
Ich fühle mich anders und gar nicht gleich.
Alles ist mir fremd.
Ich denke noch: Ich werde hier wohl niemals dazu gehören.
Ich fühle mich so fremd.

Als wüsste sie meine Gedanken, höre ich Plötzlich eine Stimme, die zu mir sagt: „Wir alle sind unterschiedlich und doch so gleich. Es wird sich verbreiten wie im nu: Du gehörst dazu!“

 

Hintergrund: Jahr der Barmherzigkeit / Werke der Barmherzigkeit

Die alten Ägypter, mehrere Kirchenväter im 3./4. Jhd. und uns im 3. Jahrtausend verbindet das Wissen um „Werke der Barmherzigkeit“. In der Geschichte wurde mehrmals neu definiert, was ein Werk der Barmherzigkeit ist und was es bedeutet. Letztendlich geht es um das Lindern von existentieller Not, um Menschlichkeit und Nächstenliebe. Biblisch festgehalten sind die klassischen Werke der Barmherzigkeit in Mt 25: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte einkleiden, Krankenpflege, Gefangenenbesuche, Bestattung toter Menschen. Bischof Joachim Wanke aus Erfurt formulierte 2007 im Elisabethjahr (800. Geburtstag der Hl. Elisabeth) „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“, das Resultat einer Umfrage im Bistum Erfurt zu Geist und Gesinnung Elisabeths von Thüringen. Neun Jahre später, im von Papst Franziskus I. ausgerufenen Hl. Jahr der Barmherzigkeit (Jubiläum, 50. Jahrestag des Endes des Zweiten Vatikanischen Konzils), sind sie aktueller denn je: Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu, ich höre dir zu, ich rede gut über dich, ich gehe ein Stück mit dir, ich teile mit dir, ich besuche dich, ich bete für dich.

 

Text: © 2016 Michaela Greil/Diözese Linz – inspiriert durch die „Sieben Werke der Barmherzigkeit für Thüringen heute“ von Bischof Joachim Wanke und durch das von Papst Franziskus I. ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“.
Foto: © 2014 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Michaela Greil ist Theologie-Studentin an der KU Linz,
Mitarbeiterin der Langen Nacht der Kirchen in Oberösterreich,
Freie Journalistin und Öffentlichkeitsarbeiterin,
sowie Berufsfotografin und Filmemacherin.
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