6D/Fb: Licht und Glas im sakralen Raum – Kunst interpretiert Bestehendes neu. – Osterzeitimpuls – Impuls-Reihe Teil 21 – Lange Nacht der Kirchen

Posting on: www.facebook.com/langenachtderkirchen / Freitag, 8. April 2016/Samstag, 9. April 2016

LINZER Update: Impuls-Reihe Teil 21/Osterzeitimpuls: Licht und Glas im sakralen Raum – Kunst interpretiert Bestehendes neu.


Licht und Glas im sakralen Raum – Kunst interpretiert Bestehendes neu.

Foto: © 2009 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Licht und Glas im sakralen Raum – Kunst interpretiert Bestehendes neu; Kirchenfenster (Betonverglasung) in Dietach bei Steyr/OÖ von Rudolf Kolbitsch; Foto: © 2009 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Kunst gibt uns die Möglichkeit, bestehende Aussagen neu zu interpretieren, sie pointiert auf die Spitze zu treiben und gegebenenfalls besser zu verstehen. Bisweilen neigen wir jedoch dazu, Kunst zu interpretieren, ohne die Hintergründe und Inhalte zu kennen.

Ein Beispiel ist das Lamm auf dem „Buch mit den sieben Siegeln“. Es wurde künstlerisch in unterschiedlichen Versionen und Materialen dargestellt, wodurch es zu mannigfaltigen Interpretationen und Diskussionen anregt. Je nach Darstellungsform, Material, Ort und Zeit wird es von den Betrachtenden anders wahrgenommen und in den je aktuellen gesellschaftlichen Kontext gesetzt. Neue Assoziationen werden geweckt.

Hinter diesem Kirchenfenster steht eine spannende Geschichte, endzeitliche Visionen, teils rätselhaft und mit Symbolen bestückt geschildert: Es gibt einen Erzähler (Johannes), ein bislang ungelöstes Problem (niemand ist „würdig“, die Siegel des Buches zu öffnen) und es gibt einen „Helden“ (das Lamm, ein Symbol für den auferstandenen Jesus Christus), der als einziger in der Lage ist, das Buch zu öffnen. Dem Guten wird im Fortlauf der Geschichte, beim Öffnen jedes Siegels, Negatives entgegen gestellt – bis hin zum Tod.

Welche Bedeutung hatte diese Geschichte damals für Johannes? Welche Bedeutung messen wir ihr heute zu, wenn wir sie in den aktuellen gesellschaftlichen Kontext stellen? Und was macht diese Geschichte für die sakrale Kunst interessant?

Vielleicht ist es gerade das Unbegreifliche, Schräge, Visionäre bzw. erschreckend Endliche an der apokalyptischen – der aufdeckenden – Erzählung des Johannes in der Offenbarung, das die Geschichte um das „Buch mit den sieben Siegeln“ so attraktiv für Kunst, deren Betrachtung und die Einbettung in den aktuellen gesellschaftlichen Kontext macht.

Zum Bild: Das Foto zeigt die Südfrontenfenster (Betonverglasung) der Pfarrkirche Dietach bei Steyr, gestaltet vom oberösterreichischen Künstler Prof. Rudolf Kolbitsch († 2003). Er hat einige Symbole aus der Offenbarung bildlich umgesetzt. Die Südfensterfront besteht aus drei Teilen. Farb- und Form-Kontraste spielen in dieser künstlerischen Darstellung eine große Rolle.

Im mittleren Fenster ist das Buch mit den sieben Siegeln zu erkennen, auf dem ein Lamm steht. Links über dem Lamm ist ein Horn, über dem sich weitere Hörner befinden. Rechts über dem Lamm kann man sieben Augen zählen, die für die „sieben Geister Gottes“ stehen und „über die ganze Erde ausgesandt sind“. Dieser Erdkreis ist links und rechts von der Mitte in zwei Halbkreisen sichtbar. Vom rechten Halbkreis geht eine Form – hauptsächlich in gold-gelb gehalten – weg, die man als Harfe herauslesen kann.

Die beiden anderen Fenster – links und rechts – beinhalten wie das Mittlere viele Rundungen. Manche von ihnen sind ebenfalls gold-gelb und könnten für die goldenen Schalen der Ältesten stehen.

 

Text: © 2016 Michaela Greil/Diözese Linz – inspiriert durch die Offenbarung 5,11-14 u. a.
Foto: © 2009 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

Michaela Greil ist Theologie-Studentin an der KU Linz,
Mitarbeiterin der Langen Nacht der Kirchen in Oberösterreich,
Freie Journalistin und Öffentlichkeitsarbeiterin,
sowie Berufsfotografin und Filmemacherin.
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